Ziska Riemann: "Mein erster "Tatort"

Regisseurin Ziska Riemann über die Möglichkeit und die Faszination in einer Tatort-Folge in einen Mikrokosmos einzutauchen.

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Sie haben bereits bei einigen Krimis Regie geführt, aber auch im Bereich Trickfilm und Animation gearbeitet. Was macht für Sie den Reiz am Krimi-Genre aus und was ist für Sie das Besondere am "Tatort"?

"Wenn man nur einen retten könnte" ist mein erster "Tatort". Für mich war das Spannende an dieser Reihe immer schon, dass jede Episode eine ganz eigene Welt eröffnet. Das hat mich als Regisseurin gereizt: dieses einmalige Eintauchen in einen Mikrokosmos, der nur für diese eine Geschichte existiert. Und genauso wichtig war es mir, dass die Figuren in dieser Welt möglichst echt und glaubwürdig erscheinen.

Auch wenn dieser "Tatort" – wie so oft – mit einer Toten beginnt, ist die entscheidende Frage hier nicht nur: "Wer hat diese Frau umgebracht?", sondern auch: "Wer war diese Frau?" Je weiter die beiden Kommissarinnen in das Umfeld der Toten eintauchen, desto tiefer führt die Spur in dieses Leben hinein: in ihre Wohngemeinschaft, ihr Studium, in die Beziehungen und Abhängigkeiten, die sie geprägt haben. Immer wieder öffnen sich neue Ebenen, neue Blickwinkel auf das vergangene Leben. Und darin liegt auch der Schmerz über den Verlust eines Menschen, der eigentlich noch so viele Chancen hätte haben können.

Besonders beeindruckend war für mich die Zusammenarbeit mit den vielen jungen Schauspieler*innen, von denen einige frisch von der Hochschule kamen. Sie brachten so viel Authentizität, Spielfreude und Neugier mit – auf die Figuren ebenso wie auf das Setleben. Mit dieser Begeisterung haben sie unserem "Tatort" noch mehr Lebendigkeit eingehaucht.